[Rezension] Marc Elsberg - Blackout





Titel: Blackout - Morgen ist es zu spät
Autor: Marc Elsberg
Preis: 10,99 €
Seiten: 800 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 17.06.2013




Eines Tages brechen die Stromnetze in ganz Europa zusammen. Ein kompletter Blackout.

Zufällig stößt der italienische Informatiker Piero Manzano auf einen Hinweis, wie die Stromnetze lahm gelegt worden seien könnten. Er versucht, sich an die Behörden zu wenden, doch niemand schenkt ihm Gehör. Aber er gibt nicht auf. Als die Attentäter auf Manzano aufmerksam werden, der tatsächlich auf die richtige Spur gestoßen ist, versuchen sie ihn zu manipulieren und als Verursacher des großen Ausfalls darzustellen.

Aber niemand außer Manzano weiß, wie man die Angreifer finden und aufhalten kann. Die Zeit läuft davon. Schafft er es rechtzeitig, die Behörden von seiner Unsc
gestoßen ist, versuchen sie ihn zu manipulieren und als Verursacher des großen Ausfalls darzustellen.

Aber niemand außer Manzano weiß, wie man die Angreifer finden und aufhalten kann. Die Zeit läuft davon. Schafft er es rechtzeitig, die Behörden von seiner Unschuld und seinem Wissen überzeugen zu können, bevor das System komplett zusammenbricht?



Das Buch beginnt mit kurzen Kapiteln, die in verschiedenen Städten innerhalb Europas spielen, als der Stromausfall beginnt. Man lernt dabei viele verschiedene Personen kennen. Dieser Stil zieht sich über das ganze Buch, nur dass die Kapitel im späteren Verlauf auch mal etwas länger werden und zwischen weniger Orten gesprungen wird, als sich mehrere Personen zusammenfinden.

Anfangs ist die Geschichte sehr langwierig und geht nur langsam und gemächlich voran. Mir persönlich waren die ersten grob 200 - 250 Seiten etwas zu zäh.

Die Geschichte hat mehrere Handlungsstränge. Zum einen die von Piero Manzano und Verbündeten / Freunden, zum anderen von den Attentätern. Es wird aber auch oft von Kraftwerksbetreibern erzählt, von einem Polizisten und diversen Mitarbeitern einer Behörde. Ich habe ehrlich gesagt darauf spekuliert, dass die verschiedenen Handlungsstränge bzw. Personen im Verlauf des Buches irgendwann einmal zusammenlaufen. Das ist aber nur teilsweise passiert. Einige Personen standen bis zum Ende nur für sich und dienten oftmals den Erklärungen der Situation aus beispielsweise technischer oder behördlicher Sicht.

Das Buch ist meiner Meinung nach sehr gut recherchiert und hat mir relativ verständlich einiges Hintergrundwissen zu den Stromnetzten vermittelt. Die behördlichen Beschreibungen hatten hauptsächlich damit zu tun, welche kurz- und langfristigen Folgen so ein Stromausfall haben kann und welche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Der Blackout dauerte gut zwei Wochen an. Während anfangs noch gute Hilfe geleistet werden konnte, waren bald keine Lebensmittelvorräte vorhanden, kein Benzin, kein Geld, keine Medikamente mehr. Die Notunterkünfte waren überfüllt. Atomkraftwerke meldeten nach und nach Schwierigkeiten. Es konnte keine Kommunikation mehr stattfinden.

Die Beschreibungen der Umstände sind dem Autor sehr gut gelungen. Das Szenario war extrem realistisch und nachvollziehbar. Und daher auch besonders beängstigend.

Im Kontrast zu den Behörden, die lange Zeit noch Notstromversorgungen hatten und priviligiert an Lebensmittel, Strom, Wasser und Benzin kamen, standen die "normalen" Bürger, die um Essen kämpften mussten, in schlimmsten Verhältnissen untergebracht waren und zu Tausenden bei Tumulten, Unfällen oder aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung starben. Auch der Hauptcharakter Manzano kam mehrmals in sehr kritische Situationen und musste schwere Entscheidungen treffen.

"Rippen, erkannte Michelsen im Vorbeifahren, gigantische Rippen eines Tierkadavers! "Was war das?", rief sie dem Fahrer zu. Für ein Rind war es viel zu groß gewesen. "Die Überreste eines Elefanten aus dem Tiergarten, soviel ich gehört habe", erwiderte er ungerüht."..."Die meisten wurden von Hungernden geschlachtet", fuhr der Fahrer fort. Konnte man Elefantenfleisch essen?, fragte sich Michelsen erschüttert."

Obwohl mich das Buch anfangs tatsächlich eher gelangweilt hat, hat es nach und nach doch noch Schwung aufgenommen. Es wurde zunehmend spannender, etwas actionreicher. Die Beschreibungen der verheerenden Umstände und die Darlegung der Langzeitfolgen hat insgesamt ein beklemmendes Gefühl erzeugt und konnten mich fesseln.

Dennoch frage ich mich im Nachhinein, warum das Buch ausgerechnet den Untertitel "Morgen ist es zu spät" trägt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwann genau morgen ein kritischer Zeitpunkt gewesen wäre oder dass man im Voraus etwas hätte verhindern können.

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Der Autor

Marc Elsberg wurde am 3. Januar 1967 in Wien geboren. Unter diesem Namen, der nur ein Pseudonym ist, veröffentlichte er bisher drei Bücher (Blackout, Zero, Helix). Vier weitere Bücher sind unter seinem echten Namen Marcus Rafelsberger erschienen.


"Blackout" ist wirklich ein klasse Thriller. Anfangs war das Buch etwas zäh, hat aber immer mehr Fahrt aufgenommen und konnte mich insgesamt dann doch noch überzeugen. Es war gut recherchiert, realitätsnah und nachvollziehbar, gleichzeitig sehr beklemmend und gegen Ende mit einer ordentlichen Portion Spannung versehen.


1 Kommentar:

  1. Hallöchen :)

    eine Freundin von mir, die ebenfalls Thriller und Horror liebt liest dieses Buch gerade, allerdings hängt sie bereits seit Monaten im ersten Teil fest. Freut mich, dass ich nun weiß, dass die Geschichte nach den ersten 250 Seiten wieder Fahrt aufnimmt, das werde ich ihr sogleich berichten, vielleicht hat sie dann wieder mehr Energie :)

    Liebe Grüße
    Misty

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