[Rezension] Bettina Wagner - Das fünfte Opfer | Krimi

 




Titel: Das fünfte Opfer
Autor: Bettina Wagner
Preis: 3,49 €
Seiten: 165 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Digital Publishers
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016

Die Wiener Kommissarin Marlies Mittermann muss die Leitung einer Mordserienermittlung übernehmen, die bis vor kurzem noch ihr Mann geführt hat. Allerdings hat sie gleichzeitig die Scheidung eingereicht - ganz zur groben Verärgerung ihres Gatten Helmut. Dieser versucht nun alles, um ihr die Ermittlungen schwer zu machen, während es immer mehr Tote gibt.

Mit effektiv nur etwas über hundert Seiten ist dieser Krimi recht kurz, dadurch andererseits aber auch recht knackig und rasant. Die Story selbst klang vielversprechend, die Umsetzung war jedoch etwas holperig. Mir persönlich war leider sehr früh klar, wer der Mörder ist. Interessant war dann eher, wann und wie er wohl geschnappt werden würde. Aber hier habe ich dann die Schritte, die letztlich zur Erkenntnis führten, nicht so hunderprozentig nachvollziehen können. Der finale Showdown kam etwas sehr prompt.

Nichtsdestotrotz hat mich der Krimi gut unterhalten, denn es waren viele Tatortuntersuchungen, lebendige Dialoge und einige Leichen vorhanden. Kurz gesagt, es war immer was los und ich war gespannt, was wohl als nächstes geschehen würde. Daher mal weiter zu denen, die überhaupt etwas passieren lassen.

Die beiden Protagonisten, Marlies und Helmut, waren für mich keine Sympathiepersonen. Helmut war natürlich als Bösewicht gedacht und so kommt er mit seinen fiesen Sticheleien, die er von sich gibt, auch rüber. Bei Marlies hätte ich dagegen erwartet, dass man Mitleid mit ihr haben müsste. Familiär steht sie ganz allein da und wird dann zudem von ihrem Noch-Ehemann im Beruf sabotiert, in dem sie es als Frau eh schon sehr schwer hat. Allerdings wurde sie so als verwöhntes Mädl dargestellt, die ohne die Hilfe ihres sehr einflussreichen Vaters wohl in ihrem Leben nichts erreicht hätte, dass ich tendenziell eher eine Abneigung gegen sie habe, als sie bemitleiden zu können. Diesbezüglich ist nämlich auch keinerlei Einsicht zu erkennen. 
Insgesamt fand ich die Charaktere, nicht nur diese beiden, überwiegend sehr stereotyp.

Kurz abschließend zum Schreibstil. Der war leicht verständlich und flüssig, die Dialoge locker. Mich erinnerte die Sprachwahl etwas an diese Heimatromane, die hier in den letzten Jahren immer mal wieder aufgeploppt sind. Ich sag mal so: Man merkt, dass das Buch von einer österreichischen Autorin stammt. Zwei Wörter haben es sogar ins Glossar geschafft ;) Das ist ja aber an und für sich nichts Schlechtes und verleiht dem Buch eine gewisse Natürlichkeit.

Auch, wenn ich bezüglich der Storyumsetzung und der Charaktere nicht ganz überzeugt bin, fand ich das Buch nicht schlecht und habe es an nur zwei Abenden verschlungen. Der Erzählstil hat immer Lust auf mehr gemacht und es haben auch gerade diese duellierenden Hauptcharaktere, die beide ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, dafür gesorgt, dass ich das ich Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Insgesamt fehlte mir aber eine überraschende Wendung, ein Wow-Effekt, und somit vergebe ich gute 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung.


Anmerkung: Rezensionsexemplar. Vielen Dank!


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