[Rezension] Alexander Krützfeldt - Wir sind Cyborgs | Sachbuch





Titel: Wir sind Cyborgs
Autor: Alexander Krützfeldt
Preis: 15,00 €
Seiten: 192 Seiten
Format: broschiert
Verlag: Aufbau Verlag / Blumenbar
Erscheinungsdatum: 16. November 2015







"Nie war die Bindung zwischen Mensch und Maschine enger als jetzt. Schon bald werden Bauarbeiter mit Exo-Skeletten riesige Stahlträger in die Höhe wuchten, per Chip werden Nervenleiden einfach ausgeschaltet und Haustüren geöffnet werden. Schon bald könnten wir perfekt, schon bald könnten wir Cyborgs sein.
Die schöne neue Welt – ist sie wirklich so nah? Und wollen wir sie überhaupt?
Alexander Krützfeldt trifft die wichtigsten Cyborg-Pioniere und zeichnet ein Panorama von großen Hoffnungen und berechtigten Ängsten."



Cyborgs - sind sie schon unter uns oder ist das nur Science-Fiction?

Aber was sind Cyborgs denn überhaupt? Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich der Journalist Alexander Krützfeldt in seinem Sachbuch "Wir sind Cyborgs". Ist man das erst, sobald man die Technik, mit dem man den Körper und das Leben verbessern möchte, nicht mehr ablegen kann? Oder zählen dazu auch die exzessiven Smartphone-Nutzer, die die Technik theoretisch zwar ablegen könnten, bei denen das aber schon so eine Sucht ist, dass sie ohne das Gerät gar nicht mehr auskommen würden?
Bereits heute gibt es Menschen, die sich Magnete oder Chips unter die Haut setzen lassen. Der farbenblinde Künstler Neil Harbisson ließ sich sogar ein technisches Gerät in den Kopf implantieren, mit dem er Farben "hören" kann. Krützfeldt interviewte für sein Buch einige solcher Cyborgs, sowie Wissenschaftler. Auch die Sicht einer Medizinerin wurde beleuchtet. 

Interessant fand ich, dass sich bei den Gesprächen herauskristallisiert hat, dass viele der "Bastler-Cyborgs" sich Geräte einpflanzen wollen, die keine Defizite ausgleichen (Sehschwäche, Hörschwäche), sondern neue Fähigkeiten mit sich bringen oder sehr gute Fähigkeiten noch verbessern. Bisher geschieht so etwas bei den meisten der im Buch befragten Cyborgs eher in Eigenregie. Aber der Autor wirft die spannende Frage auf, ob es irgendwann nicht nur "normal" ist, seinen Körper durch bisher gängige Methoden bei wirklichen Problemen zu unterstützen, sondern ob man sich irgendwann nicht sogar immer mehr Technik implantieren lassen muss, um nicht benachteiligt zu sein. Und das, obwohl man eigentlich keine natürlichen Defizite hat.

Zudem geht Alexander Krützfeldt auch auf das Thema "Superintelligenz" ein. Wann ist es soweit  und was haben wir zu befürchten? Oder... kommt es überhaupt jemals so weit?


Das Buch ist in einem lockeren, leicht verständlichen, teils humorvollen Stil geschrieben. Es beleuchtet viele verschiedene Gesichtspunkte und war an keiner Stelle langweilig oder zäh. Es gibt einen guten Überblick über die aktuelle Situation und beschäftigt sich nicht zu viel mit weit entfernten Szenarien. Stellenweise regt es zum Nachdenken an und war sogar für mich noch ziemlich interessant, und das obwohl ich in meinem Studium (Robotik&KI) schon mehr als genug über sowas gehört habe. 
      
Insgesamt ist "Wir sind Cyborgs" ein sehr empfehlenswertes Sachbuch. Für mich persönlich war es eher Unterhaltung als Informationsquelle. Der Autor beschäftigt sich überwiegend mit Wünschen, Hoffnungen und Ängsten zum Thema und mit der Frage "was gibt es eigentlich schon alles?", kaum mit spezifischen wissenschaftlichen bzw. technischen Aspekten. Für jeden, der sich ein bisschen in die Welt der Cyborgs einlesen möchte, finde ich das Buch sehr gut geeignet.



Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Das klingt richtig gut!
    Ist ja ein sehr aktuelles Thema :)
    Muss ich mir mal vormerken!

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