[Rezension] Agnes Hammer - ich blogg dich weg

 






Titel: ich blogg dich weg
Autor: Agnes Hammer
Preis: 5.95€
Seiten: 160 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: loewe
Erscheinungsdatum: 18. März 2013





Julie ist beliebt, hübsch und erfolgreich als Sängerin in ihrer Band. Doch auf einmal erhält sie gemeine E-Mails mit Beschimpfungen und Drohungen. Zunächst macht sie sich nicht viel daraus und hat sogar eine Ahnung, wer der anonyme Übeltäter ist. Doch bald darauf taucht ein gefaktes Profil von Julie auf Facebook auf. Dort wird sie als arrogante Zicke dargestellt und bald fangen Bekannte, aber auch völlig Fremde, an, über Julie herzuziehen und sie fertigzumachen. Online verbreitet sich die Neuigkeit von Julies Profil rasend schnell. Julie ist verzweifelt und weiß nicht, was sie tun soll. Sie versteckt sich zuhause, will nicht mehr in die Schule. Als die Drohungen dann in Gewalt umschlagen, eskaliert die Situation.


Das Jugendbuch "ich blogg dich weg" behandelt ein leider immer aktuelles Thema, nämlich Mobbing. Mittlerweile passiert Mobbing nicht nur 'persönlich', sondern kann auch ganz anonym im Internet stattfinden: Cyber-Mobbing. Auf diese Entwicklung geht die Autorin in ihrem Buch ein.

Der Titel ist meiner Meinung nach allerdings nicht so richtig passend gewählt. Ums Bloggen geht es doch weniger, sondern mehr um das soziale Netzwerk Facebook. Allerdings "weg" trifft es dann doch ganz gut, denn die Protagonisten verschwindet tatsächlich im Verlauf der Geschichte immer mehr. Durch das Mobbing verunsichert versteckt sie sich immer mehr zu Hause, will nicht mehr in die Schule, schämt sich für das, was passiert und zieht sich auch von ihrer Band und Freunden zurück.

Was schlimm endet, beginnt zunächst harmlos. Julie wird per Mail beleidigt. Anfangs reagiert sie noch gelassen, doch als dann auch auf Facebook immer mehr Leute über sie lästern, bricht sie unter dem Druck zusammen. Besonders gut gefällt mir, wie die Autorin die Hoffnungslosigkeit beschreibt, die Julie umgibt. Sie ist machtlos, weiß sich nicht zu wehren und traut sich nicht, mit Bezugspersonen (Eltern, Lehrern) über das zu sprechen, was ihr passiert. Sie ist wie ohnmächtig und kann sich den fiesen Beleidigungen nicht entziehen.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Natürlich aus Julies Sicht, aber man erhält auch Einblicke in die Gedanken ihrer Freunde, Bandmitglieder und Bekannten. Sehr interessant finde ich, wie andere die Situation sehen, und wie sich die Mobber rechtfertigen. Es ist schockierend, wie schnell man sich von anderen Aussagen im Internet einfach mitreißen lässt und keine Hemmungen mehr kennt. Allerdings finde ich manche Figuren doch ein wenig zu oberflächlich. Möglicherweise ist das aber auch gewollt, um deutlich zu machen, welche Gründe es denn für Mobbing geben kann. Hier treten typische Jugendprobleme auf, beispielsweise Jungs oder der Neid auf die viel beliebtere Schwester.

Besonders an dem Buch finde ich, dass es sich bei der Gemobbten nicht wie man vielleicht erwarten würde um eine Außenseiterin handelt, sondern um ein beliebtes, hübsches Mädchen. Mobbing kann wirklich jedem passieren.

Der Schreibstil ist flüssig und entsprechend der Zielgruppe passend gewählt.

Das Buch eignet sich wirklich gut für Jugendliche, da es in passendem Stil auf ein sehr kritisches Thema und die Folgen aufmerksam macht. Es wird aufgezeigt, was passieren kann wenn man sich keine Hilfe holt und auf der anderen Seite, dass es absolut falsch ist, andere zu mobben. Verpackt ist das ganze in einer spannenden Geschichte.

1 Kommentar:

  1. In der heutigen Zeit leider wirklich ein großes Thema und deine Beschreibung hört sich interessant an. Dass es im kleinen anfängt, kann man auch so übertragen, dass es tatsächlich schon im "kleinen", nämlich im Kindergarten-/Grundschulalter anfängt, das andere ausgegrenzt werden und sich Grüppchen bilden, die andere ausschließen. Wenn hier schon direkt angesetzt werden würde, könnte meiner Meinung nach einiges verhindert werden, was später dann wirklich "Böse" enden kann.
    Das Gefühl der Kinder, andere respektvoll zu behandeln, geht leider immer mehr verloren.

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