[Rezension] B.a. Robin - Mord am Lord

Am Wochenende habe ich den Krimi "Mord am Lord" beendet. Hier könnt ihr nun meine Rezension dazu lesen.

 




Titel: Mord am Lord
Autor: B.a. Robin
Preis: 11.95€
Seiten: 264
Format: Taschenbuch
Verlag: goldfinch
Erscheinungsdatum: September 2013







Josie überredet ihren guten Freund Theo, der ein totaler Urlaubshasser ist, zu einem Ausflug nach England. Josie will dort unbedingt das Museum ihrer Lieblings-Krimiautorin Agatha-Christina Sotheby besichtigen. Doch der Ausflug entwickelt sich ganz anders als erwartet. Durch eine abgelegene Tür im Museum geraten die beiden plötzlich in einen unvollendeten Krimi der Schriftstellerin. Während Theo ziemlich missmutig reagiert, ist Josie natürlich hin und weg.

Fälschlicherweise werden die beiden für die berühmten Detektive Miss Rutherford und Mr. Stringer gehalten. Auf dem Anwesen Styles sollen sie den Mord an Lord Westholm aufklären. Erst wenn der Fall gelöst ist, können sie die Geschichte wieder verlassen. Doch der Fall wird immer verzwickter, denn bald kommen weitere Leichen hinzu.


Die beiden Hauptcharaktere Josie und Theo sind ein wirklich ungleiches Paar. Josie ist eine ziemlich quirlige junge Frau, Design-Journalistin, die sich für hübsche Sachen und den englischen Stil begeistern kann. Theo dagegen ist Maschinenbauingenieur, schläft am liebsten in seinem eigenen Bett und hat immer eine vielfältige Sammlung nützlicher Gegenstände bei sich. Josies Enthusiasmus geht im oft ziemlich auf die Nerven. Dennoch sind die beiden gut befreundet.

Josie ist mir sympathisch, obwohl sie mir im echten Leben wahrscheinlich zu aufgeweckt wäre. Theo finde ich ein bisschen zu schlecht gelaunt. Im Sinne des Buches finde ich aber beide sehr unterhaltsam und eine gute Kombination. 

Die Geschichte selbst hat mich gleich in ihren Bann gezogen. Sehr gut beschrieben fand ich, wie die beiden von der realen Welt plötzlich in dem Krimi gelandet sind. Das fand ich eine super Idee und ist auf jeden Fall mal was anderes.

Den weiteren Verlauf der Geschichte fand ich auch sehr gelungen. Als schon bald nach ihrer Ankuft auf dem Anwesen Styles der Lord ermordet wurde, sahen die beiden sich gezwungen, den Fall zu lösen, da sie der Meinung waren, nur dadurch könnten sie die Geschichte wieder verlassen. Ab hier geht der Krimi dann mehr oder weniger normal weiter, es gibt keine übernatürlichen Ereignisse wie den Übergang in den Krimi mehr. Allerdings ist "Mord am Lord" auch keine steife Ermittlungsgeschichte, sondern sehr unterhaltsam erzählt. Denn Josie und Theo sind natürlich keine echten Ermittler. Josie freut sich total darüber, dass sie in einem Krimi ihrer Lieblingsautorin ermitteln kann und begibt sich sofort auf die Suche nach Hinweisen. Theo dagegen versucht nach dem Stile diverser amerikanischer TV-Ermittler die Leute zu verhören. Sehr nett fand ich auch, wie Josie immer wieder angemerkt hat "Ach was, sowas würde Agatha-Christina doch nie schreiben, das kann gar nicht sein". 

Anfangs hielten sich die Krimielemente allerdings etwas versteckt, es gab mehr Streitigkeiten zwischen Theo und Josie als anderes. Das fand ich stellenweise ein bisschen nervig, danach geriet die Geschichte durch diverse Verhöre und Anschludigungen aber gut in Fahrt.

Als Mörder kamen nur einige wenige Personen in Frage, denn auf Styles hielten sich fast nur die Bewohner auf, also überwiegend Personal und Verwandte des Lords. Bis zum Ende bin ich nicht darauf gekommen, wer der Täter war.

Das Buch war fast durchgehend flüssig geschrieben. Lediglich an einer Stelle kam ich ein wenig ins Stocken, nämlich als die Köchin vom Inspektor verhört wurde (S. 179f). Zwar konnte ich mir durchaus vorstellen, wie sie sich richtig in das Thema reinsteigert und sich richtig aufgebracht aufplustert, aber zum Lesen fand ich es ziemlich stockend und ein wenig nervig. Das beschränkt sich aber wirklich nur auf ~2 Seiten.


"Mord am Lord" ist eine wirklich empfehlenswerte, kurzweilige Geschichte. Sehr locker geschrieben und unterhaltsam. Für einen "richtigen" Krimi allerdings ein wenig zu locker. Aber das muss ja nicht gleich negativ sein, gern gelesen habe ich es allemal.


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