[Rezension] Cody McFadyen - Ausgelöscht








Titel: Ausgelöscht
Autor: Cody McFadyen
Preis: 9.99€
Seiten: 480
Format: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2011






Ein neuer Fall für die FBI-Agentin Smoky Barrett: Während der Hochzeitsfeier einer ihrer Kolleginnen wird eine unbekannte Frau aus einem Auto mitten in die Veranstaltung geworfen. Sie ist kahlgeschoren, weist Anzeichen von Folter auf und ist nicht ansprechbar. Bald darauf findet das Team um Smoky Barrett weitere Opfer, die in noch schlechterem Zustand sind: sie sind seit über 7 Jahren verschwunden gewesen, wurden lobotomiert und vegetieren jetzt leblos vor sich hin. Alle sind Opfer desselben Täters geworden, der auch Smoky Drohungen hinterlässt, sie sollte ihn nicht suchen.


Bald ist geklärt, wer die Frau ist, die auf der Hochzeitsfeier "ausgesetzt" wurde: Heather Hollister. Das Team um Smoky Barrett macht sich natürlich ungeachtet der Drohungen als erstes auf den Weg zu ihrem Ex-Mann Douglas, der damals bei ihrer Entführung verdächtigt wurde, aber nie angeklagt werden konnte. Die Ermittler finden heraus: Ein Unbekannter namens Dalí bot Douglas Hollister, der seine Frau wegen persönlicher Probleme loshaben wollte, über einen Internetchat an, sie für immer verschwinden lassen zu können. Der Preis dafür war, Dalí nach 7 Jahren die Hälfte der Lebensversicherung zukommen zu lassen. Als Douglas jedoch nicht gezahlt hat, entführt Dalí als Strafe dessen neue Frau Dana und legt sie lobotomiert zurück in seinen Garten. Der Mann ist daraufhin am Boden zerstört und bringt aus Verzweiflung einen seiner Söhne um, der zweite überlebt die Attacke.

Als Smoky Mr. Hollister aufsuchen will, stößt sie dort auf dieses ungeheuere Verbrechen. Hollister gesteht noch in seiner Wohnung. Das Ermittlerteam kommt Dalí dadurch langsam auf die Spur. Sie beschließen, den Mörder zu ködern, indem sie eine erfundene Geschichte in dasselbe Forum bzw. den dazugehörigen Chat einstellen, in dem auch Hollister unterwegs war. Um die Geschichte zu stützen, brauchen sie eine reale Person, die dahinter steckt und auch entsprechende Posts im Forum verfasst. Das übernimmt der Computerspezialist Leo Carnes. Dalí springt sehr schnell auf die Geschichte an.

Kurze Zeit später werden Smoky und Leo von ihm entführt. Sie erleben jetzt selbst, was die Opfer wie Heather Hollister durchmachen mussten: in vollkommene Dunkelheit eingesperrt vegetieren sie vor sich hin. Dalí stellt Smoky nach einigen Wochen vor eine ungeheuerliche Wahl: Einer von den beiden wird lobotomiert, der andere wird freigelassen. Smoky darf auswählen, wen welches Schicksal trifft.

Smoky entscheidet sich für die Freiheit. Als sie tatsächlich freigelassen wird - kahlgeschoren - kämpft sie noch verbissener darum, Dalí zu finden, mit der Absicht, ihn zu töten. Und schließlich findet sie auch ihn und sein Versteck. Das Ende möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

Das ist mein erstes Buch, dass ich von McFadyen gelesen habe. Allerdings aber schon der vierte Teil um die Ermittlerin Smoky Barrett. Ich persönlich hatte keinerlei Schwierigkeiten, der Geschichte zu folgen, da sie so gut wie unabhängig von den Vorgängerteilen ist. Es werden zwar (glaube ich) Vorfälle der früheren Teile angesprochen, diese haben aber keinen Einfluss auf das Verständnis dieses Thrillers.

Mir gefiel dieses Buch sehr gut. Der Schreibstil von McFadyen ziemlich flüssig, die Kapitel sind nicht zu lang. Ich finde es erstaunlich, wie schnell mich der Autor "seine" Welt mitreißen konnte. Es war ziemlich unheimlich zu merken, dass das Böse überall lauert und es wirklich jeden erwischen kann.

Die Geschichte selber hält durchaus einige überraschende Wendungen bereit. Ich fand sie durchweg spannend, auch die Beschreibungen der Ermittlungsarbeit waren nicht so lahm, wie ich es befürchtet hatte. Ganz im Gegenteil. Außerdem war es ziemlich interessant, wenn auch betrübend, wie die Opfer dargestellt und beschrieben wurden. Desweiteren gefiel mir, dass McFadyen auch ein paar richtige "Schockmomente" eingebaut hat, z.B. an der Stelle, an der Smoky sich zwischen Leos und ihrem Leben entscheiden muss.

Was die Charaktere angeht, so bin ich getrennter Meinung. Smoky Barrett und der Täter Dalí gefallen mir gut, man kann sie verstehen, sie wirken menschlich.
Ich finde, McFadyen erklärt sehr plausibel, warum Dalí so geworden ist, wie er zu dem Zeitpunkt der Taten eben ist. Dazu trägt auch eine Art Vorgeschichte bei, die in die eigentliche Geschichte integriert ist. Hier erfährt man mehr über die Beziehung von Vater zu Kind (Dalí) und wie diese den Täter geprägt hat. Ähnlich verhält es sich bei Douglas Hollister. Auch hier versucht der Autor, ein möglichst gut verständliches Bild zu vermitteln, das man zwar nicht richtig verstehen kann (weil es sich eben um einen Verrückten handelt, im Buch wird das "Wahnsinnsfaktor" gennant), aber dennoch klingt es plausibel.
Andere Charaktere dagegen fand ich zu übertrieben dargestellt, z.B. das Teammitglied James, der immer übertrieben schlecht gelaunt und unfreundlich ist sowie Smokys Freundin Kirby, die ich gar nicht so richtig in Kürze beschreiben könnte, aber ich frage mich da, kann ein Mensch wirklich so sein?

Das Ende des Thrillers finde ich wirklich toll. Es ist nicht so einfallslos, wie ich es leider schon oft erlebt habe, sondern bringt nochmal eine weitere unvorhergesehene Wendung mit sich. Auch wenn es vielleicht nicht ganz realistisch ist, spannend ist es allemal.

 "Ausgelöscht" finde ich ein sehr lesenswertes Buch. Es ist spannend und man wird immer wieder überrascht. Man will wissen, wie alles zusammenhängt und dabei stößt man auch auf den ein oder anderen menschlichen Abgrund. Es ist ziemlich glaubwürdig dargestellt, dass einem soetwas Böses jederzeit wiederfahren kann, und gerade deswegen konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine Rezension :) ich überlege schon länger ob ich mir „Ausgelöscht" holen soll, denn ich hab „Das Böse in uns" gelesen und fand es auch ziemlich gut. Dann heißt es jetzt wohl Geld zusammenkratzen.
    LG Anna
    http://alifestylejungle.blogspot.de

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  2. Ich liebe McFaydens Bücher. Ich habe alle im Regal stehen die er bisher veröffentlicht hat, gerade weil er so toll schreibt. Die Themen sind natürlich teilweiße recht heftig (angefangen habe ich mit "die Blutlinie", das war schon recht harter Stoff). Finde auch die Smoky-Reihe toll und finde den Charakter und die Geschichte drum rum sehr spannend.

    Deine Buchkritik ist super, richtig informativ und ausführlich!

    Liebe Grüße
    Bonny

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  3. Habe das Buch ebenfalls rezensiert :) Schreibe auch über viele andere Bcher, vielleicht willst du mal vorbeischauen :) http://innocentwoorld.blogspot.com/
    Folge dir ebenfalls :)

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