[Rezension] the walking dead (Robert Kirkman)






Titel: the walking dead
Autor: Robert Kirkman/Jay Bonansinga
Preis: 8.99€
Seiten: 448
Maße: 18,6 x 11,8 x 4 cm
Format: Taschenbuch
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 09. Juli 2012








Anmerkung: ich habe nur sporadisch wenige Folgen der dazugehörigen "Blockbuster-Kultserie", wie es auf dem Buchcover so schön heißt, gesehen und will/kann deswegen keine Vergleiche damit anstellen, sondern das Buch als "Einzelwerk" betrachten.


Klappentext
Die Apokalypse: Eine weltweite Plage lässt die Toten wiederauferstehen und Jagd auf Menschenfleisch machen. Die wenigen Überlebenden fliehen in Angst und Schrecken – bis auf einen. Der Mann, den sie später nur »Governor« nennen werden, beschließt, sich dem Grauen entgegenzustellen. Dies ist seine Geschichte…


Aus unbekanntem Grund verwandelt eine Art Seuche die Menschen zu Zombies. Die Toten erstehen wieder auf und fallen über die Lebenden her.

Die Geschichte spielt in den USA. Die Brüder Philip und Brian Blake gehören zu den wenigen Nicht-Zombifizierten, die man in diesem Buch kennenlernt. Zusammen mit Philips Tochter Penny und dessen Kumpels Bobby und Nick machen sie sich von ihrer Heimat aus auf nach Atlanta, wo es angeblich ein "Flüchtlingslager" für Überlebende geben soll. Auf dieser Reise nimmt die Mitgliederzahl der kleinen Gruppe bereits ab. An ihrem Ziel angekommen, müssen sie feststellen, dass die Stadt dem Untergang geweiht ist. Es ist sogar noch schlimmer als auf dem Land, von Hilfe keine Spur.

Auf ihrer Reise treffen sie hin und wieder auf weitere Überlebende, die ihnen aber nicht immer gutgesinnt sind. Die Gruppe wandert stetig weiter, flüchtet vor Untoten oder bekämpft diese. Sie leben in Angst, müssen immer auf der Hut sein und sind verzweifelt auf der Suche nach Lebensmitteln.

Nach dem Tod von Philips Tochter Penny wird der Vater allmählich wahnsinnig. Seine noch lebenden Begleiter machen sich enorme Sorgen um ihn, fürchten sich vor ihm, und schließlich - ganz am Ende - kommt die unerwartete Wendung.

Die Story klingt nach einer typischen Zombiegeschichte, wie man sie schon oft gehört hat. Gruppe Überlebender sucht nach weiteren Überlebenden, reist dabei mehr oder weniger sinnlos durch die Gegend und kämpft sich durch Unmengen Zombies. Mit Äxten, Schusswaffen und co. wird stupide auf die Monster eingeprügelt. Dabei darf eine enorme Anzahl an abgetrennten Gliedmaßen und anderen Körperteilen - Beinen, Armen, Ohren, Füßen, Händen, Köpfen - natürlich nicht fehlen. Gedärme gibt es auch in nicht unbeachtlichen Mengen und - selbst verständlich - tonnenweise Blut. Alle diese Sachen fliegen und spritzen zu genüge durch die Gegend.

Mal davon abgesehen, dass das Buch keine richtige Story hergibt - fängt einfach an und im Prinzip passiert nich wirklich viel - wirkt es auch ziemlich konstruiert. Welch Wunder, immer wenn die Gruppe mal zufällig ihr Auto zerstört hat, steht nicht weit entfernt ein noch viel besseres. Ähnlich sieht es mit Schusswaffen und Lebensmitteln aus. Richtig in Not scheinen die Hauptpersonen nicht zu sein. Diese finde ich außerdem zu oberflächlich beschrieben, so richtig warm werde ich mit keinem von ihnen.
Das ganze "möglichst viel Blut und Gemetzel"-Zeug klingt zwar erstmal nicht ganz uninteressant, wird aber doch recht bald ziemlich eintöning. Spätestens nachdem der Protagonist Philip sich zum zweiten Mal hasserfüllt mit einer Axt auf eine Horde Zombies stürzt, während sich sein Weichei-Bruder Brian zusammen mit Nichte Penny in einem Wandschrank oder am Boden eines Autos verkrümelt, ist das Ganze relativ ausgereizt. Auch die nicht ganz seltenen Zombie-Kopfschüsse verlieren sehr schnell an Charme.

Auch den Schreibstil an sich finde ich eher so lala, wirklich Spannung oder Angstgefühle kommen bei mir nicht auf. Außerdem wurde mir hier - zum Glück zum ersten Mal seit langem - bewusst, warum ich früher hauptsächlich auf die englischen Originalausgaben vieler Bücher zurückgegriffen habe. An manchen Stellen wurde so schlimm übersetzt, dass ich einen Absatz teilweise mehrmals lesen musste, bis ich begriffen habe, was passiert. Und das nicht wegen enorm hoher Komplexität, sondern einfach nur "Hä, die Wörter passen überhaupt nicht zusammen". Viele Begriffe wurden offensichtlich falsch oder gänzlich unpassend übersetzt und Namen sind leider auch ein Problem, dabei sind die in diesem Buch nicht mal besonders schwer.

Meiner Meinung nach eine ziemlich lahme Story ohne großartige Höhepunkte. Sprachlich und inhaltlich nicht wirklich überzeugend. Wenn man bedenkt, dass es noch mehrere Fortsetzungen davon gibt, kann man über den mangelnden Inhalt vielleicht noch hinwegsehen und es eben als Vorgeschichte sehen. Allerdings muss mir auch eine Vorgeschichte Lust auf mehr machen, und das ist hier wirklich nicht der Fall. Ich war froh, als ich das Buch beiseite legen konnte. Für Fans der Serie eventuell eine nette Ergänzung, als allein stehendes Buch betrachtet aber nicht befriedigend. Wer nach einem guten Zombieroman sucht, sollte lieber eine andere Wahl treffen. Man verpasst nichts, wenn man "the walking dead" nicht gelesen hat.

Kommentare:

  1. ok - ich kenn nur die serie. als buch stell ich mir das äußerst schwierig vor, zumal die serie mittlerweile schon ein paar staffeln hat und die charaktere dementsprechend ausgeprägt und fesselnd sind. das innerhalb eines buches einzufangen--hmmm.

    aber danke für deine rezension :)
    lg socke sylvia

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    1. soweit ich weiß, gibt es insgesamt drei Taschenbücher, also noch zwei weitere. Das wird dann bestimmt interessanter, aber nur dieser erste Teil allein war nicht besonders "ergiebig" vom Inhalt her.

      LG,
      Camillex

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    2. Ich kann mir schon vorstellen, dass Walking Dead als Buch funktioniert. Immerhin basiert die Serie ja auch auf der Comic-Reihe, mit aktuell 115 Issues - und das unglaublich erfolgreich, seit beginn an :D
      Die Bücher wollte ich mir auch noch zulegen.

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