[Rezension] Will McIntosh - Wie die Welt endet






Titel: Wie die Welt endet
Autor: Will McIntosh
Preis: 8.99€
Seiten: 416
Maße: 18,6 x 11,8 x 3,2 cm
Format: Taschenbuch
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: Februar 2013





In nicht allzu ferner Zukunft sind die Energieressourcen der Erde aufgebraucht. Kein Strom, zu wenig zu Essen, die Leute werden arbeitslos und schließen sich zu Nomadenstämmen zusammen. So auch Jasper, der mit seiner Gruppe durch die Gegend zieht und versucht, Windenergie gegen Lebensmittel zu tauschen. Doch bald müssen sie erkennen, dass sie damit nicht weit kommen. Sie werden ausgegrenzt, als Zigeuner beschimpft und aus Städten geworfen von Leuten, die das Glück haben noch wohlhabend zu sein und müssen sich alleine in der Wildnis durchschlagen, versuchen zu überleben. Doch irgendwann geht es wieder bergauf, Jasper findet ein Job und kann sich eine Wohnung leisten. Doch es brechen immer wieder neue Viren aus, die die kleine Gruppe letzendlich dazu veranlassen, die Stadt zu verlassen.


Will McIntosh erzählt in seinem Buch eine sehr bedrückende Geschichte davon, wie die Welt langsam zu Grunde geht. Und zwar nicht mit einem großen Knall, nicht mit Zombies oder einer Atombombe. Sondern sehr gemächlich, ruhig. Das Buch bietet im Prinzip nicht viel "Action". Es passieren Unglücke, Menschen sterben, Krankheiten brechen aus, Unruhen entstehen. Aber das steht nicht direkt im Vordergrund, sondern fügt sich eher einfach ins Gesamtbild ein. Stattdessen nimmt das Schicksal einzelner Menschen und wie sie mit dem schleichenden Untergang umgehen eine zentrale Rolle ein. Die ein oder andere Liebesgeschichte kommt dabei aber auch nicht zu kurz..

Die einzelnen Charaktere wirken sehr real und unterscheiden sich stark voneinander. Die Hauptperson Jasper ist anfangs oft recht weinerlich, was manchmal etwas nervt... dennoch ist es faszinierend, seine Wandlung mitzuverfolgen. Vom "Weichei" wird er im Laufe der Geschichte zum Mörder.
Im Laufe des Buches wird die Geschichte irgendwann doch ein wenig unrealistisch, als ein enorm schnell wachsensender Bambus die Städte zerstört und ehemalige Terroristen, die aufgrund eines "Glücks-Virus" auf einmal super nett werden, neue Städte aufbauen.. Außerdem ist es schon ein wenig merkwürdig, dass die Gruppe rein zufällig immer wieder auf genau die gleichen Leute trifft, als ob es wirklich niemand anderen gibt. So viele Leute sind bis dahin ja aber nun wirklich noch nicht ausgestorben.


Alles in allem gefällt mir das Buch jedoch sehr gut, da es eine zum größten Teil durchaus realistische Vorstellung davon vermittelt, wie die Welt zu Grunde gehen könnte. Durch regelmäßige Wendungen der Situation wird das Buch auf jeden Fall nicht langweilig und das offene Ende habe ich auf jeden Fall nicht so erwartet, da war ich wirklich überrascht.

Ein durchaus interessanter Endzeit-Roman mit bedrückender Stimmung, wenn man sich denn darauf einlassen will. Ganz anders, als man es erwartet. Eine Geschichte vom schleichenden Verfall der Welt, und daher nichts für Leser, die nach viel Action und Gewalt suchen.

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